Car Testing
    8 Min. April 2026

    Mr. Motori Car Testing Review – Nissan Z Performance

    405 PS, manuelles 6-Gang, mechanisches Sperrdifferenzial. Ein ehrlicher Sportwagen – analysiert mit dem Blick eines ehemaligen Testfahrers.

    Kapitel 01

    Technik & Konzept

    In einer echten Nacht-und-Nebel-Aktion hatte Mr. Motori die Gelegenheit, den neuen Nissan Z Performance zu fahren – eine willkommene Möglichkeit, ihn fahrdynamisch mit dem Blick eines ehemaligen Testfahrers unter die Lupe zu nehmen. Schon nach den ersten Metern zeigt sich: Der Z wirkt erstaunlich puristisch für ein modernes Fahrzeug.

    405 PS, 475 Nm, ein manuelles 6-Gang-Getriebe und zwei Turbolader, die bereits ab 2000 U/min ordentlich Druck aufbauen – das ist ehrliche Motorentechnik, ganz ohne synthetische Filter. Die Abstammung vom legendären VR38DETT Motor des R35 GTRs ist eindeutig. Aber ihn Godzilla zu nennen wäre dann doch etwas too much.

    Das neue Fahrwerk mit überarbeiteter Vorderachse und elektrischer Servolenkung erlaubt präzises Anlenken, was in Kombination mit dem steiferen Chassis das Vertrauen in das Auto schnell wachsen lässt. Das mechanische 1.5-Wege-Sperrdifferenzial verrichtet seinen Dienst sauber – unter Last greift es kräftig zu, im Schubbetrieb lässt es noch genau das Quäntchen Komfort, das verhindert, dass man nicht nach einem soliden Powerslide den Weg in die Botanik einschlägt.

    Die Gewichtsverteilung ist stimmig, die 4 Kolben Bremsanlage solide, wenn auch nicht überdimensioniert – man sollte den Bremspunkt schon treffen, sonst wird's sportlich.

    Kapitel 02

    Innenraum & Ergonomie

    Das Interieur in kräftigem Blau ist definitiv Geschmackssache – aber die Sportsitze erfüllen ihren Zweck kompromisslos: ordentlicher Seitenhalt, genau dort, wo man ihn braucht. Die Sitzverstellung: halb manuell, halb elektrisch – den Einstellhebel für die Längsverstellung unter dem Sitz sucht man zuerst vergeblich. Die ist nämlich auf der Sitzwange und elektrisch zu bedienen. Ein charmantes Überbleibsel früherer Z Generationen.

    Auf dem Armaturenbrett thronen drei analoge Anzeigen für Ladedruck, Laderdrehzahl und Batteriespannung – eine Hommage an die guten alten Zeiten des 240Z. Kein Digital Overkill trotz fehlendem Analogtacho, kein Effektgewitter – ein Auto, welches den Spagat recht gut meistert. Entwickelt wurde das Cockpit in Zusammenarbeit mit Sugio Matsuda, NISMO-Rennfahrer in der japanischen Super-GT-Serie – und das merkt man.

    Die Spiegeleinstellung ist simpel, aber leider sind die Außenspiegel nicht abblendbar – ein Nachteil in Zeiten, in denen jeder Zweite mit Matrixlicht oder mobilen Flutlichtanlagen unterwegs ist. Die Sitzheizung bietet zwei Stufen. Aus Frauensicht: "High" ist angenehm warm. Aus Männersicht: "High" ist ein Schmorgrad. Zwei Minuten und man denkt, man sitzt auf einem Toaster – also Vorsicht, liebe Herren (und ja, liebe Grüsse an die Damenwelt).

    Das Infotainment? Ein 8-Zoll-Touchscreen, der gefühlt aus 2015 stammt. Apple CarPlay und Android Auto sind an Bord – aber ehrlich: Am besten einfach Bluetooth verbinden, Song auswählen, fertig. Wer hier digitale Perfektion sucht, sollte sich lieber eine chinesische Playstation auf Rädern holen.

    Das Lenkrad, inspiriert vom legendären GT-R R32, passt perfekt ins Gesamtbild – kompakt, griffig, mit der richtigen Portion Motorsport-DNA- das mögen wir. Die Klimaanlage ist geschickt – vielleicht zu geschickt – unter dem Touchscreen mit drei Drehreglern versteckt. Aus Fahrersicht kaum zu erkennen, also am besten einmal einstellen und so lassen.

    Hinter den Sitzen gibt es zwei kleine Ablagefächer – Handtasche, Jacke oder maximal eine Osmo Pocket finden hier Platz. Der Kofferraum lässt sich raffiniert durch leichten Druck auf das untere Segment des Nissan-Logos öffnen oder alternativ aus dem Innenraum. Becherhalter, Handschuhfach und Mittelarmlehnenfach sind praktisch dimensioniert – nur die Armauflage liegt etwas zu weit hinten, was dazu führt, dass der Ellbogen eher im Becherhalter als auf der Lehne ruht.

    Mit Kindern in den Urlaub? Eher nicht. Aber zu zweit für ein Wochenende in den Bergen mit vielen Passstraßen? Perfekt.

    Kapitel 03

    Assistenz & Systeme

    Natürlich bleibt auch der Z nicht ganz analog – ein paar elektronische Helferlein fahren mit. Der intelligente Notbremsassistent mit Fußgängererkennung überwacht den Verkehr und kann, wenn nötig, selbstständig eingreifen, um eine Kollision zu vermeiden. Die Vorwärtskollisionswarnung beobachtet gleich zwei Fahrzeuge voraus – falls jemand abrupt bremst, meldet sich der Z rechtzeitig.

    Auch der Totwinkelassistent und die Querverkehrswarnung hinten leisten ihren Beitrag, besonders auf engen Parkplätzen oder beim Herausrollen aus Einfahrten. Der Spurhalteassistent hält sanft die Linie, sofern man selbst nicht gerade sportlich denkt. Und ja – der Fernlichtassistent kümmert sich darum, dass man nachts niemanden blendet. Praktisch, aber ehrlich gesagt: Wer seinen Blick ohnehin lieber auf der Straße als auf dem Display hat, kommt auch ohne klar, denn der schnellste ist er ohnehin nicht.

    Kurz gesagt: Die Systeme sind da, sie funktionieren – aber sie nehmen dem Z zum Glück nicht das, was ihn ausmacht: den direkten Dialog zwischen Fahrer, Auto und Strasse.

    Kapitel 04

    Fahrgefühl & Dynamik

    Aus der Ausfahrt heraus, ESP off – Erste, Zweite, leichter Powerslide, hoch bis auf 7000 U/min, Softlimiter, Dritte. Genau so muss sich ein klassischer Sportwagen anfühlen. Kein synthetisches Feedback, kein digitales Drama – einfach Auto, Asphalt und Adrenalin.

    Akustisch liefert der Z das passende Begleitprogramm: dezente Pops and Bangs, nicht aufdringlich, aber authentisch. Das mechanische Sperrdifferenzial arbeitet sauber, besonders in engen, kurvenreichen Passagen. Auf dem Niveau eines Porsche Cayman spielt der Z nicht – aber das will er auch gar nicht.

    Die Schaltung, welche noch auf jener des 370Z basiert, ist leicht hakelig, findet aber präzise ihre Gassen. Die Rev-Match-Funktion beim Runterschalten sorgt für einen stimmigen Rhythmus, der das Fahrerlebnis abrundet – wer mag, kann sie abschalten und das Zwischengas wieder selbst geben.

    Man spürt das Gewicht des Fahrzeugs, aber ebenso die daraus resultierende Traktion. In Kombination mit den Bridgestone Potenza auf 19-Zoll-Felgen bewegt sich das Gesamtpaket fahrdynamisch auf sehr hohem Niveau. Wenn man das Konzept in einem Satz beschreiben müsste: Es erinnert stark an den BMW Z4 M aus den 2000ern – ehrlich, roh, mit Charakter und genau der Portion Unvernunft, die ein echtes Fahrerauto braucht.

    Fazit

    Ehrlich, mechanisch, mit Haltung

    Ein gelungenes Fahrerauto. Charakter, Kraft, Gefühl – und endlich wieder ein Sportwagen, der nicht alles digital filtert. Ein ehrlicher Z, wie man ihn sich wünscht: roh, mechanisch, mit Haltung.

    Ich hoffe, ihn bald häufiger auf Schweizer Bergstrassen zu sehen – und bin sicher, die Jungs von der all.cars Global GmbH tragen ihren Teil dazu bei.

    Persönlicher Austausch

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    Ob Nissan Z, klassischer Roadster oder modernes GT-Coupé – ich begleite Sie persönlich von der Auswahl bis zur Schlüsselübergabe.

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