Ratgeber
    6 Min. März 2026

    Worauf Sie beim Import eines Fahrzeugs in die Schweiz achten müssen

    Zoll, MWST, Automobilsteuer und MFK – ein Fahrzeugimport birgt viele Stolpersteine. Mr. Motori führt Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess.

    Kapitel 01

    Vor dem Kauf – Dokumente & Prüfung

    Ein Fahrzeugimport in die Schweiz beginnt nicht an der Grenze, sondern lange davor – nämlich beim Kauf. Wer hier sauber arbeitet, spart sich später viel Ärger, Zeit und teure Überraschungen. Mr. Motori erlebt regelmässig, wie aus einem vermeintlichen Schnäppchen aus Deutschland am Ende ein Projekt wird, das mehr Nerven kostet als Freude bringt.

    Bevor irgendein Vertrag unterschrieben wird, gehört das Fahrzeug unabhängig geprüft. Ein Blick auf saubere Spaltmasse, Lackdickenmessung, Unterboden, Servicehistorie und – gerade bei Sportwagen und Klassikern – die Übereinstimmung der Fahrgestellnummern ist Pflicht. Wer hier spart, zahlt später doppelt.

    Genauso wichtig wie der Zustand sind die Papiere. Kaufvertrag, Fahrzeugbrief (Zulassungsbescheinigung Teil II), das COC-Papier (Certificate of Conformity) sowie sämtliche Serviceunterlagen müssen vorhanden sein. Ohne COC wird die Einlösung in der Schweiz spürbar komplizierter und teurer – einzelne Fahrzeuge müssen dann zur sogenannten Einzelgenehmigung, was schnell mehrere Tausend Franken zusätzlich kostet.

    Ein häufig unterschätzter Punkt: die Abmeldung im Ursprungsland. Das Fahrzeug muss korrekt aus dem ausländischen Register ausgetragen sein, sonst gibt es bei der Schweizer Zulassung Probleme. Bei Klassikern lohnt sich zusätzlich die Recherche, ob das Fahrzeug irgendwo als gestohlen gemeldet, mit Pfandrechten belastet oder bereits einmal als Totalschaden eingetragen war.

    Kapitel 02

    Transport & Grenzübertritt

    Ist die Entscheidung gefallen, stellt sich die nächste Frage: Wie kommt das Fahrzeug in die Schweiz? Bei Alltagsfahrzeugen kann eine Überführung auf eigener Achse durchaus Sinn ergeben – mit Kurzkennzeichen, gültiger Versicherung und einem realistischen Blick auf den Kilometerstand, den man dem Wagen vor der ersten MFK noch zumuten möchte.

    Bei Sportwagen, Klassikern und hochwertigen Sammlerfahrzeugen sieht das anders aus. Hier ist der geschlossene Transport in einem Enclosed Trailer fast immer die richtige Wahl. Kein Steinschlag, kein Salz, kein Risiko durch fremde Hände am Steuer – und der Kilometerstand bleibt unangetastet. Ein Detail, das beim späteren Wiederverkauf den Unterschied machen kann.

    Beim Grenzübertritt selbst läuft alles über die sogenannte Form 13.20A – die Zollanmeldung für Privatfahrzeuge. Wer das erste Mal damit zu tun hat, sollte den Termin nicht spontan abends auf dem Heimweg legen. Eine planmässige Verzollung beim zuständigen Zollamt zu Geschäftszeiten ist deutlich entspannter, als irgendwo an einer kleinen Grenzstelle improvisieren zu müssen.

    Mitzuführen sind in der Regel: Kaufvertrag im Original, COC-Papier, Fahrzeugausweis bzw. Zulassungsbescheinigung, Identitätsnachweis und – sofern vorhanden – Nachweise über bereits bezahlte Steuern oder Zölle im Ausland. Wer hier vollständig auftritt, ist meist innerhalb einer halben Stunde durch.

    Kapitel 03

    Zoll, MWST & Automobilsteuer

    Die Schweiz ist kein EU-Land – und genau das macht den Import zu einem Thema, bei dem man rechnen muss, bevor man kauft. Drei Posten sind zentral: Zoll, Mehrwertsteuer und Automobilsteuer. Wer sie sauber kalkuliert, erlebt an der Grenze keine Überraschung.

    Der Zoll bemisst sich beim PKW nach Gewicht – aktuell rund 12 bis 15 Franken pro 100 Kilogramm Leergewicht. Klingt überschaubar, ist es bei den meisten Fahrzeugen auch. Deutlich relevanter sind die folgenden zwei Posten: 4 % Automobilsteuer auf den Fahrzeugwert sowie 8.1 % Mehrwertsteuer – berechnet auf Fahrzeugwert plus Zoll plus Automobilsteuer plus Transportkosten bis zur Grenze.

    Ein Rechenbeispiel macht es greifbar: Bei einem Sportwagen mit Kaufpreis 80'000 Franken und 1'600 Kilogramm Leergewicht ergeben sich grob rund 240 Franken Zoll, 3'200 Franken Automobilsteuer und etwa 6'800 Franken Mehrwertsteuer. In Summe also rund 10'000 bis 11'000 Franken zusätzlich – und das bevor MFK, Zulassung und allfällige Anpassungen überhaupt beginnen.

    Wichtig: Massgeblich ist immer der tatsächliche Marktwert, nicht der Wunschpreis auf dem Vertrag. Der Zoll prüft, vergleicht mit Eurotax und Marktdaten – und korrigiert nach oben, wenn der Kaufpreis offensichtlich zu tief angesetzt ist. Kreative Verträge sind keine gute Idee.

    Kapitel 04

    Zulassung & MFK in der Schweiz

    Mit dem Zollpapier in der Hand ist der Import noch nicht abgeschlossen – das Fahrzeug muss in der Schweiz zugelassen werden. Erster Schritt: die Anmeldung beim Strassenverkehrsamt des Wohnkantons. Für die Eintragung benötigt es das Zolldokument, das COC-Papier, einen gültigen Versicherungsnachweis sowie den Identitätsausweis.

    Bevor die definitiven Schweizer Schilder angeschraubt werden, steht die MFK an – die Motorfahrzeugkontrolle. Sie prüft Sicherheit, Abgas und technischen Zustand. Wer ein gepflegtes, sauber gewartetes Fahrzeug einführt, hat in der Regel keine Probleme. Bei tiefergelegten Sportwagen, eingetragenen Umbauten oder amerikanischen Importen lohnt sich vorab eine ehrliche Bestandsaufnahme – Scheinwerfer, Blinker, Tachoanzeige in km/h und Abgaswerte sind die häufigsten Stolpersteine.

    Klassiker und Veteranenfahrzeuge ab 30 Jahren können als sogenannte Veteranenfahrzeuge eingelöst werden. Das bringt steuerliche Vorteile und etwas mildere Auflagen – setzt aber einen entsprechend gepflegten Originalzustand voraus. Wer hier einen umgebauten Tuning-Klassiker einliefert, riskiert eine Ablehnung.

    Die Praxis zeigt: Wer den Prozess von Anfang an strukturiert angeht, kommt in zwei bis vier Wochen vom Kauf bis zum eingelösten Fahrzeug. Wer ohne Plan startet, landet schnell bei zwei bis drei Monaten – mit unnötigen Kosten, Standgebühren und Frust.

    Fazit

    Sauber geplant ist halb importiert

    Ein Fahrzeugimport ist kein Hexenwerk – aber er belohnt Vorbereitung. Wer Dokumente, Zustand, Transport und Steuern von Anfang an sauber denkt, landet am Ende mit dem richtigen Fahrzeug zum richtigen Preis in der eigenen Garage.

    Wer den Prozess nicht selbst durchspielen möchte, ist gut beraten, sich Begleitung zu holen – genau dafür ist Mr. Motori da: vom Inserat bis zum Schweizer Kennzeichen.

    Persönlicher Austausch

    Sie planen einen Fahrzeugimport?

    Ob Sportwagen, Klassiker oder Alltagsfahrzeug – ich begleite Sie persönlich von der Auswahl bis zum Schweizer Kennzeichen.

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