BMW M2 G87 Kaufratgeber: Alles, was du vor dem Kauf wissen solltest
Der BMW M2 G87 polarisiert. Für die einen der letzte echte M. Für die anderen ein übergewichtiger Kompaktsportler. Die Wahrheit liegt – wie so oft – irgendwo dazwischen.
Der BMW M2 G87 polarisiert. Für die einen der letzte echte M. Für die anderen ein übergewichtiger Kompaktsportler. Die Wahrheit liegt – wie so oft – irgendwo dazwischen.
Zu schwer, zu gross – oder einfach missverstanden?
Der BMW M2 G87 ist eines dieser Autos, das bereits vor der Markteinführung für Diskussionen sorgte. Zu schwer, zu gross, zu viel M4, zu wenig kompakt – die Kritik war schnell da.
Doch spätestens nach den ersten Kilometern wird klar: Zahlen auf dem Datenblatt und das tatsächliche Fahrerlebnis sind nicht immer dasselbe.
Der M2 ist nicht nur der Nachfolger des beliebten F87. Er ist gleichzeitig einer der letzten Sportwagen seiner Art. Reihensechszylinder, Hinterradantrieb und Handschaltgetriebe sind heute keine Selbstverständlichkeit mehr.
Die Frage lautet deshalb nicht nur, ob der M2 ein gutes Auto ist. Sondern ob man sich heute überhaupt noch einen solchen Sportwagen kaufen sollte.
Einer der letzten echten Driver's Cars
Wer im M2 einen modernen Mazda MX-5 oder einen ultraleichten Kurvenkünstler erwartet, sollte seine Erwartungen anpassen.
Mit knapp 1,8 Tonnen Leergewicht bringt der G87 deutlich mehr Masse mit als seine Vorgänger. Auf dem Papier klingt das zunächst ernüchternd.
Unter dem Blech steckt allerdings überraschend viel BMW M4. Der bekannte S58-Reihensechszylinder, die Achskonstruktion, die elektromechanische Lenkung, das adaptive Fahrwerk sowie grosse Teile der Bremsanlage stammen direkt vom grossen Bruder.
Das Ergebnis ist ein Fahrzeug, das deutlich erwachsener wirkt als frühere M2-Generationen. Die Vorderachse arbeitet präzise, die Karosserie bleibt erstaunlich stabil und das aktive M-Differenzial sorgt selbst auf anspruchsvollen Strassen für enorme Traktion.
Der M2 ist kein filigranes Skalpell. Er ist eher ein Vorschlaghammer mit Laservisier.
Warum der M2 heute noch seine Berechtigung hat
In einer Zeit, in der SUVs immer grösser und Fahrzeuge immer digitaler werden, wirkt der M2 fast wie ein Auto aus einer anderen Epoche.
BMW verbaut weiterhin einen Reihensechszylinder, bietet ein Handschaltgetriebe an und setzt auf klassisches Fahrerfeedback statt auf künstliche Emotionen aus Lautsprechern.
Natürlich ist ein M2 nicht vernünftig.
Er verbraucht mehr als ein Diesel. Er bietet weniger Platz als ein SUV. Er ist teurer als viele Familienfahrzeuge. Aber genau deshalb existiert er.
Der M2 erinnert daran, dass Autofahren mehr sein kann als möglichst effizient von A nach B zu gelangen. Es darf auch ein Hobby sein
Die Technik im Detail
Das Herzstück des M2 ist der S58-Motor.
Der 3,0-Liter-Reihensechszylinder verfügt über zwei Mono-Scroll-Turbolader, eine Closed Deck Bauweise, geschmiedete Kurbelwelle, verstärkte Kolben und eine auf hohe Belastungen ausgelegte Kühl- und Ölversorgung.
Im aktuellen Facelift leistet der Motor 480 PS und bis zu 600 Nm Drehmoment.
Weitere technische Highlights: Aktives M-Differenzial Adaptive M-Dämpfer Nahezu perfekte Gewichtsverteilung Hinterradantrieb Optionales 6-Gang-Handschaltgetriebe ZF 8-Gang M Steptronic Automatik
Beeindruckend sind dabei nicht nur die Leistungsdaten. Viel spannender ist die Tatsache, dass BMW diese Technik weiterhin mit einem Handschaltgetriebe kombiniert. 480 PS sind heute keine Seltenheit. Ein 480-PS-Handschalter hingegen schon.
Die Schwachpunkte des G87
Perfekt ist auch der M2 nicht.
Das hohe Gewicht bleibt sein grösster Kritikpunkt. Physik lässt sich auch von BMW M nicht vollständig austricksen.
Wer regelmässig Passstrassen oder Rennstrecken fährt, wird ausserdem feststellen, dass Reifen und Bremsen entsprechend beansprucht werden. Die Unterhaltskosten bewegen sich klar auf M-Niveau.
Auch die Lenkung polarisiert. Sie arbeitet extrem präzise, liefert aber weniger Rückmeldung als ältere BMW M-Modelle.
Der S58 selbst gilt bislang als sehr robust. Grössere serienmässige Schwachstellen sind aktuell nicht bekannt.
Handschalter oder Automatik?
Die wohl wichtigste Frage beim Kauf.
Objektiv betrachtet ist die Antwort einfach: Automatik.
Die ZF 8-Gang-Automatik schaltet extrem schnell, harmoniert perfekt mit dem S58 und macht den M2 auf jeder Messstrecke schneller.
Subjektiv sieht die Sache anders aus.
Das 6-Gang-Handschaltgetriebe macht den Fahrer stärker zum Teil des Erlebnisses. Jeder Gangwechsel schafft eine Verbindung zum Fahrzeug, die moderne Performance-Autos zunehmend verlieren.
Die Automatik gewinnt auf dem Datenblatt.
Der Handschalter gewinnt häufig im Herzen.
Welche Variante sollte man kaufen?
Die Auswahl ist überschaubar.
Frühe M2-Modelle mit 460 PS starten heute bei rund 65'000 bis 75'000 CHF.
Für ein gepflegtes Facelift-Modell mit 480 PS sollte man aktuell eher zwischen 80'000 und 90'000 CHF kalkulieren.
Der neue M2 CS mit 530 PS spielt preislich bereits in einer anderen Liga und dürfte langfristig das begehrteste Modell der Baureihe werden.
Wichtiger als die letzte Leistungsstufe sind jedoch Historie, Ausstattung, Vorbesitzer und Fahrzeugzustand.
Ein guter M2 ist fast immer die bessere Wahl als ein schlecht gepflegter CS.
Das Urteil
Der BMW M2 G87 ist einer der wenigen modernen Sportwagen, die ihre Existenz auf jeder Fahrt rechtfertigen.
Er ist nicht der leichteste Sportwagen seiner Klasse. Nicht der günstigste. Und sicherlich nicht der vernünftigste.
Aber genau darin liegt seine Stärke.
Während viele moderne Fahrzeuge versuchen, alles gleichzeitig zu sein, konzentriert sich der M2 auf das Wesentliche: Fahrspass.
Mein persönlicher Tipp: Wenn du zwischen Handschalter und Automatik schwankst, fahre beide Varianten. Die meisten Käufer entscheiden sich für die Automatik. Diejenigen, die den Handschalter wählen, steigen meist mit einem etwas breiteren Grinsen aus.
Leistung wird es auch in Zukunft geben.
Ein Reihensechszylinder mit Handschaltgetriebe wird dagegen zunehmend zur Rarität.
Kaufen? Definitiv. Warten? Eher nicht.
Herz vs. Verstand
Der BMW M2 G87 ist kein Auto, das man mit dem Kopf kauft. Dafür gäbe es günstigere, praktischere und vernünftigere Alternativen.
Man kauft ihn, weil man einen der letzten kompakten Sportwagen mit Reihensechszylinder, Hinterradantrieb und Handschaltgetriebe erleben möchte. Und genau deshalb könnte der beste Zeitpunkt für einen M2 früher sein, als viele denken.
Den richtigen M2 gefunden?
Die Suche nach dem passenden Fahrzeug ist oft einfacher als die Bewertung des richtigen Fahrzeugs. Gerne unterstütze ich bei Fahrzeugsuche, Besichtigung, Marktbewertung und Kaufabwicklung.




